Vierter Bericht zur Lage des Universitäts- und Forschungsstandorts Wien

“Wien: Stadt, die Wissen schafft”
Finanzen, AkteurInnen, Visionen einer europäischen Forschungsmetropole.
Vierter Bericht des Beauftragten der Stadt Wien für Universitäten und Forschung
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Beste Voraussetzungen

Wien hat die besten Voraussetzungen, eine europäische Forschungsmetropole zu werden. Dafür sind strategische Ziele, eine Forschungsförderung, die entlang zukunfts- orientierter Schwerpunkte ausgerichtet ist, und bessere Rahmenbedingungen für WissenschafterInnen und Studierende nötig. Einiges davon kann die Stadt Wien um- setzen, in anderen Fällen ist sie auf andere, z. B. den Bund, angewiesen.

Zur Zeit entstehen in Wien einige Dinge, die den Wissenschaftsstandort aufwerten werden, wie etwa ein überregionales Dual Career Service für internationale Paare, die ihrer wissenschaftlichen Arbeit gemeinsam nachgehen wollen. Ein Gästehaus für internationale ForscherInnen, die Marie-Jahoda-Akademie und ein Haus für Quantenoptik und -physik, das als Magnet für SpitzenwissenschafterInnen dienen soll, stellen weitere Beispiele dar. All das ist gut und wichtig. Aber reicht es, um Wien zu einer der größten und wichtigsten Forschungs- und Innovationsmetropolen Europas zu machen? Das muss jedenfalls der Anspruch sein, denn die Voraussetzungen sind gut.

Großer Nutzen

Wien profitiert von seiner Stellung als Bundeshauptstadt. Mit neun öffentlichen Universitäten, fünf Privatuniversitäten und sechs Fachhochschulen stellt Wien den größten Hochschulstandort Österreichs dar. Auch der außeruniversitäre Sektor ist in Wien stark präsent. Insgesamt bildet Wien mit über 700 Forschungseinrichtungen das Zentrum der Forschung in Österreich.

Damit gehen auch große Mengen an Forschungsgeldern einher, die vom Bund und den Betrieben, die am Standort Wien Forschung betreiben, investiert werden. Die Stadt profitiert enorm von dieser Struktur. Das gilt nicht nur hinsichtlich der Beschäftigung, sondern auch hinsichtlich des wissenschaftlichen Know-how und des Innovationspotenzials.

Wissenschaft als oberste Priorität

Wien darf sich als größter Wissenschafts- und Forschungsstandort Österreichs nicht darauf ausruhen, dass die Universitäten im Kompetenzbereich des Bundes liegen. Auch für die Stadt muss Wissenschaft (und Bildung insgesamt!) oberste Priorität haben. Rund 190.000 Studierende sind eine enorme Bereicherung für die Stadt, sowohl kulturell als auch finanziell. Daraus leitet sich die Verantwortung ab, das vorhandene Potenzial auszuschöpfen, was sich auch in den Budgetzahlen der Stadt widerspiegeln muss. Es ist im Interesse Wiens, in Zukunftsbereiche zu investieren und das auch ausreichend zu kommunizieren. International muss sichtbarer werden, wie viel Wien tut und wie viel sich in Wien tut.

Dieser Bericht stellt einige grundsätzliche Überlegungen zur Finanzierung von Wissenschaft und Forschung an, versucht die Leistungen Wiens in der Forschungsförderung nachvollziehbar zu machen, nennt aber auch blinde Flecken und Versäumnisse der letzten Jahre. Beiträge von VertreterInnen der Scientific Community und der Stadtverwaltung ergänzen diesen Bericht. Es handelt sich um Einschätzungen darüber, in welchen Bereichen es in den vergangenen Jahren Fortschritte gab und wo noch mehr Anstrengungen nötig sind. Die VertreterInnen aus Forschung und Wissenschaft wurden gebeten, ihre Wünsche und Forderungen zu formulieren, während die VertreterInnen der Stadt ersucht wurden, die Vorhaben der nächsten Jahre in diesem Bereich zu schildern.